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TTIP unfairhandelbar: Wer wir sind

Foto: Jakob Huber (Campact)
Foto: Jakob Huber (Campact)

TTIP – Nein danke! Ein Bündnis aus zahlreichen  NROs aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Entwicklungs- und Handelspolitik wurde ins Leben gerufen, um die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung kritisch zu begleiten.

 

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Here you can download the policy paper in English

Angesichts der laufenden Verhandlungen zu dem geplanten »transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen« (Transatlantic Trade and Investment Partnership - TTIP) zwischen der EU und den USA haben sich diese zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammengefunden, um auf die Kritikpunkte an dem Handelsabkommen hinzuweisen und Gegenvorschläge sowie Forderungen in den Diskurs einzubringen. Problematisch ist vor allem der intransparente Prozess der Verhandlungen zwischen den Regierungen, der Stimmen aus der Zivilgesellschaft umso wichtiger werden lässt.

Im Vordergrund des Bündnisses stehen neben Vernetzung und Informationsaustausch, besonders Aufklärung und der Aufruf an alle interessierten Menschen und Organisationen, sich aktiv an der Debatte um dieses neue Abkommen zu beteiligen. Den Politikern und Wirtschaftskapitänen soll deutlich gemacht werden, dass Freihandels- und Investorenschutz-Rezepte aus dem 20. Jahrhundert keine Lösung für die aktuellen Herausforderungen sind. Eine transatlantische Partnerschaft für die sozial-ökologische Transformation, die wir im 21. Jahrhundert so dringend brauchen, sieht ganz anders aus!

Wir sind der Überzeugung, dass es sich bei den scheinbar positiven Aspekten von Wirtschaftswachstum und Fortschritt durch die Implementierung des TTIP um eine Mogelpackung handelt. Ziel ist nicht das Wohl der Menschen in Europa, den USA und im Rest der Welt, sondern der Vorteil einiger weniger international agierender Unternehmen wie BMW, Monsanto, die Deutsche Bank, JP Chase Morgan, BASF, Google, Bertelsmann und ExxonMobil.  

So stellt sich doch die Frage, ob wir wirklich einen großen, de-regulierten transatlantischen Markt brauchen. Denn unter dem Strich gibt TTIP auch keine Antworten auf allumfassende Fragen: Wie wollen wir leben? Was ist ‚gutes Leben‘ ohne die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt?  Wie können wir in den ökologischen Grenzen des Planeten wirtschaften und dabei gute, fair bezahlte Arbeit sichern? Wie können wir Ernährungssouveränität für alle erreichen?

Wir kritisieren an dem geplanten Abkommen insbesondere, dass Ziele zu solidarischem Wirtschaften, Schutz kleinbäuerlicher und gemeinwohlorientierter (Land-)Wirtschaft sowie wirksamen Verbraucher-, Daten- und Rechtsschutz gegenüber den Geschäftsinteressen internationaler Konzerne in den Hintergrund rücken. Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Finanzmarktkontrolle werden für ihre internationalen Geschäfte ausgehöhlt.

Die angepriesenen Handelsströme, die durch mehr Marktfreiheit für Unternehmen das Wachstum in Schwung bringen sollen, können in der Realität bedeuten, dass Gentechnik-Lebensmittel und Hormonfleisch in Zukunft ungekennzeichnet auf unseren Tellern landet, das geplatzte ACTA-Abkommen zum Urheberrecht doch wieder auf die Agenda zurückkehrt, Meinungsfreiheit und Datenschutz  weiter aufgeweicht werden und schlussendlich nur die niedrigeren Verbraucherschutz- und Umweltstandards übrig bleiben.

Das Bündnis TTIP Unfairhandelbar setzt sich ein für eine global gerechte, faire, nachhaltige und demokratische Außenwirtschaftspolitik.

Das ist mit rechten, rechtsradikalen und völkischen Positionen, mit Antiamerikanismus und Rassismus unvereinbar.

 

Unser Engagement gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA ist demokratisch und richtet sich an alle Menschen. Es sind die Interessen multinationaler Konzerne, die einer sozial gerechten und ökologischen Wirtschaftspolitik entgegenstehen – ungeachtet davon, ob sie ihren Sitz in der EU oder in Nordamerika haben. Ebenso ist die Politik der beteiligten Regierungen und der europäischen Institutionen ein Teil des Problems. Eine einseitige Schuldzuweisung auf die USA verharmlost die Rolle der europäischen Eliten und bedient im schlimmsten Fall nur Vorurteile.

 

Wir empfehlen deshalb allen unseren Freundinnen und Freunden, sich nur an Initiativen zu beteiligen, die diesen klaren Standpunkt teilen.

Gleichzeitig ist niemand davor gefeit, dass  rechte Gruppierungen versuchen, die Kritik an einer neoliberalen, undemokratischen Freihandelsagenda für rassistische  Argumentationen zu nutzen und sich an Aktionen, Demonstrationen, Petitionen und anderem beteiligen.

Allerdings sehen wir in diesem Fall die Verantwortung bei den Organisatoren, die Unerwünschtheit dieser Trittbrettfahrerei deutlich zu machen und sich dementsprechend zu distanzieren.


„TTIP“ NEIN DANKE! TRANSATLANTISCHE PARTNERSCHAFT GEHT ANDERS

Positionspapier deutscher Nichtregierungsorganisationen zum geplanten Freihandels- & Investitionsabkommen EU - USA (TTIP)

 

Download des Positionspapiers als PDF

 

Die Regierungen Europas und der USA planen das "transatlantische Freihandels- und Investitionsabkommen" (TTIP)

 

BMW und Monsanto freuen sich; auch Deutsche Bank und JP Chase Morgan, BASF und Google, Bertelsmann und ExxonMobil. Doch brauchen die Menschen in Europa, den USA und im Rest der Welt wirklich einen großen, deregulierten transatlantischen Markt? Eine Antwort auf die eigentlichen Fragen gibt TTIP nicht: Wie wollen wir leben? Was ist 'gutes Leben' ohne die Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt? Wie können wir in den ökologischen Grenzen des Planeten wirtschaften und dabei gute, fair bezahlte Arbeit sichern? Wie können wir Ernährungssouveränität für alle erreichen? Schon jetzt stecken wir in ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen. Wir erleben viel zu wenig - nicht zu viel - Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz, Finanzmarktkontrolle. Wir erleben zu wenig − nicht zu viel − solidarisches Wirtschaften, Schutz kleinbäuerlicher und gemeinwohlorientierter (Land-)Wirtschaft sowie wirksamen Verbraucher-, Daten- und Rechtsschutz gegenüber den Geschäftsinteressen internationaler Konzerne. Mit dem TTIP-Abkommen versprechen Wirtschaftsvertreter in der EU und den USA mehr Wachstum. Sie wollen mehr Handelsströme und mehr Marktfreiheit für Unternehmen.

In der Realität kann das aber bedeuten: Gentechnik-Lebensmittel und Hormonfleisch landen ungekennzeichnet auf unseren Tellern. Das geplatzte ACTA-Abkommen zum Urheberrecht kommt durch die Hintertür erneut − Meinungsfreiheit und Datenschutz bleiben auf der Strecke.

Nur die niedrigeren Verbraucherschutz- und Umweltstandards bleiben übrig. Bundesregierung und EU-Kommission setzen auf Geheimverhandlungen unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit und der Parlamente.

 

WIR WOLLEN:

 

Demokratie und Transparenz:

Statt Geheimverhandlungen braucht es eine breite öffentliche Diskussion um ein soziales und ökologisches Verhandlungsmandat auf beiden Seiten. Hierzu müssten umfassende und aktuelle Informationen und der vollständigen Einblick in alle Verhandlungsdokumente für die Öffentlichkeit und Parlamente gewährleistet sein. Zudem muss die Kommission eine umfassende Nachhaltigkeitsprüfung von unabhängiger Seite durchführen lassen.

 

Rechtschutz für Menschen - statt privilegierte Klagerechte für Konzerne:

Wir lehnen es ab, dass US-Konzerne Klagerechte gegen europäische Umwelt- und Sozialgesetze bekommen. Die besonders von der EU geforderten Sonderklagerechte für Unternehmen im Rahmen so genannter Investor-Staat-Schiedsgerichtsbarkeit unterlaufen grundlegende Prinzipien des Rechtsstaats.

 

Kernprinzipien des Klima- und Umweltschutzes,

so wie sie 1992 in Rio aufgestellt wurden, sind das Vorsorge- wie auch das Verursacherprinzip: Wenn von Produkten oder Technologien Risiken ausgehen können, dann müssen diese Risiken vorausschauend vermieden werden.

Im TTIP aber sollen auf Druck von US-Exportinteressen bereits bestehende wie geplante Regeln, die diesen Prinzipien folgen, zum Handelshemmnis erklärt werden. Ein besonderer Dorn im Auge der US-Lobbygruppen sind v.a. die in ihren Augen zu langsame Zulassung und die Kennzeichnung von Gentechnik-Lebensmitteln in Europa und die europäischen Nachhaltigkeitsstandards von Biokraftstoffen. Aber auch die Weiterentwicklung der EU-Chemikalienrichtlinie REACH und der EURO-Norm für Auto-Emissionswerte wie auch die EU-Strategie zur Begrenzung der von Kunststoffe ausgehenden Umweltgefahren laufen den US-Exportinteressen zuwider. Auch für neue Technologien muss das Vorsorgeprinzip gelten, etwa für die gefährliche Gewinnung von Gas mit Fracking. Wir brauchen eine klima- und ressourcenschonendere und gerechtere Wirtschaftsweise auf beiden Seiten des Atlantiks. Die niedrigsten Standards dürfen nicht zur Richtschur werden. Verbote sind dafür genauso erforderlich wie Steuern und Zölle für besonders schädliche Verfahren. Das ist mit der TTIP-Freihandelslogik nicht zu vereinbaren.

 

Kleinbäuerliche und ökologischere Landwirtschaft

schützen: Bauern und Verbrauchern in Europa bringt TTIP keine Vorteile. In den USA ist der Verzehr von Klonund Hormonfleisch sowie von Milch von mit gentechnisch erzeugten Wachstumshormonen gedopten Turbo-Kühen erlaubt. Geflügelfleisch wird mit Chlor behandelt, für gentechnisch veränderte Pflanzen gibt es weder ein durchgängiges, stringentes Zulassungsverfahren noch eine Kennzeichnungspflicht. Gentechnisch veränderter Lachs steht vor der Zulassung. Alles das wäre dann auch in Europa erlaubt. Auch das Patent- und Haftungsrecht unterscheidet sich in beiden Handelszonen an vielen Stellen. TTIP öffnet die Türen für Agrar-Exportschlachten zu Dumpingpreisen. Europäische Bauern gerieten unter noch mehr Wettbewerbsdruck. US-Exporteure würden verstärkt mit Soja und Milchprodukten auf den EU-Markt drängen und unsere Bemühungen, Soja durch einheimische Futterpflanzen zu ersetzen, unterlaufen. Statt noch mehr "Wachsen oder Weichen" brauchen wir den Schutz kleinbäuerlicher und ökologischer Landwirtschaft.

 

Hohe Verbraucher- und Gesundheitsstandards:

Die strengeren europäischen Standards müssen Grundlage aller Verhandlungen sein. Zudem ist eine umfassende Kennzeichnungspflicht zwingend - auch für verarbeitete Produkte. Arbeits- und Menschenrechte durch klare und durchsetzbare Regelungen verbindlich schützen: Der Öffentlichkeit wird TTIP als Motor für die Schaffung von Arbeitsplätzen verkauft. Dabei haben bestehende Freihandelsabkommen wie der NAFTA-Vertrag zwischen den USA, Kanada und Mexiko eher das Gegenteil bewirkt. Gewerkschaften beklagen Arbeitsplatzverluste in der Industrie, sinkende Löhne, Unterlaufen vor Arbeitsmindeststandards und wachsende Einkommensunterschiede als Folge des Freihandels, indem Arbeitsstandards an das jeweils niedrigere Niveau nach unten angeglichen werden. In der EU sind Massenarbeitslosigkeit, Druck auf Löhne und die Ausweitung prekärer Beschäftigung die Folgen schwacher Sozialstandards im liberalisierten Binnenmarkt. Dies ist kein Modell für eine transatlantische Freihandelszone. Internationale Solidarität und Kooperation statt immer mehr Wettbewerbsdruck. Mit dem TTIP wollen EU und USA ihre globale Vormachtstellung absichern. Aufstrebende Schwellen- und Entwicklungsländer sollen durch das Abkommen Marktanteile verlieren.

 

Schutz und Ausbau öffentlicher Dienstleistungen

statt weiterer Liberalisierungsoffensive. Essentielle Dienstleistungen der Daseinsvorsorge - z.B. in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser, Energie oder Verkehr - dürfen nicht privatisiert werden. Sie müssen für alle zugänglich sein und hohen qualitativen, sozialen und umweltpolitischen Standards genügen. Den dazu nötigen Gestaltungsspielraum auf nationaler und kommunaler Ebene drohen die TTIP Verhandlungen weiter zu beschneiden - mehr Druck in Richtung Privatisierung ist zu erwarten.

 

Schutz und Förderung der Vielfalt kulturellen Ausdrucksformen

statt weiterer Liberalisierung. Die UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen sichert beispielsweise Film-, Theater, Orchester- und weitere Kulturförderung sowie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit seinen Landesprogrammen. Dieser Gestaltungsraum wird durch die TTIP Verhandlungen zur Disposition gestellt.

 

Regulierung des Finanzsektors und Abbau ökonomischer Ungleichgewichte

statt mehr Deregulierung und Freihandel. Die Liberalisierung der Finanzmärkte und ökonomische Ungleichgewichte innerhalb der EU infolge von Lohnkonkurrenz sind eine wesentliche Ursache der europäischen Wirtschaftskrise. Mit TTIP sollen Finanzdienstleistungen noch weiter liberalisiert werden. Die politische Macht der Finanzindustrie würde gestärkt, Lohnund Steuerdumping und damit sinkende Einnahmen der öffentlichen Haushalte wären die Folge. 

 

Innovationen, Bildung und Informationsfreiheit 

statt noch mehr Exklusivrechte an "geistigem Eigentum" der Konzerne: Schützbares "geistiges Eigentum" findet sich in vielen Sektoren - Technologien, Pharmaprodukte, Saatgut, Filme und Musik. Unter dem Vorwand, die Urheber zu schützen gängeln die großen Verlage, Labels und Medienkonzerne die Nutzer von Kultur und Information immer stärker. Wissenschaft und Bildung werden behindert, immer mehr Werke verwaisen und gehen endgültig verloren, weil ihre Digitalisierung nicht erlaubt wird. Wir brauchen einen fairen Interessenausgleich zwischen Urhebern, Nutzern und Verwertern! 2012 wurde das ACTA Abkommen von einer Welle der öffentlichen Empörung gestoppt - der Medienindustrie hätte es umfangreiche Monopolrechte und die Kontrolle des Internets beschert. TTIP ist ein neuer Anlauf, diese Monopolrechte einzuführen.

 

Wir rufen daher alle interessierten Menschen und Organisationen auf,

sich aktiv an der Debatte um dieses neue Abkommen zu beteiligen! Machen wir - zusammen mit unseren Freundinnen und Freunden in Europa und den USA − den Politikern und Wirtschaftskapitänen deutlich, dass Freihandels- und Investorenschutz-Rezepte aus dem 20. Jahrhundert keine Lösung für die aktuellen Herausforderungen sind. Eine transatlantische Partnerschaft für die sozial-ökologische Transformation, die wir im 21. Jahrhundert so dringend brauchen, sieht ganz anders aus!

Auch in den USA und anderen Ländern Europas regt sich der Widerstand gegen dieses geplante Abkommen - gemeinsam werden wir es stoppen!

 

 

 

30. Juni 2016

CETA Feature auf Deutschlandfunk

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28. Juni 2016

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Zum ersten Mal gibt es eine gemeinsame, koordinierte Busorganisation zu den dezentralen Demonstrationen am 17.09 in 7 Städten.


28. Juni 2016

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Das neue Online-Tool "Ceta-Check" ermöglicht es EU-weit, den Abgeordneten Fragen zu CETA zu stellen und deren Antworten zu bewerten. Die BürgerInnen sollen erfahren, was jeder einzelne Abgeordnete...


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